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Haus entrümpeln: Kosten nach Größe, Ablauf und Reihenfolge

Haus entrümpeln: was es nach Fläche kostet (Ø 2.891 € bei 100–150 m²), in welcher Reihenfolge Sie vorgehen und was mit dem Gerümpel passiert – mit AWL-Daten.

01. August 2026 9 Min. Lesezeit
Balkendiagramm: durchschnittlicher Endpreis einer Haus-Entrümpelung nach Wohnfläche, normal möbliert – von 777 € bei 16–39 m² bis 4.784 € bei über 150 m².

Ein Haus zu entrümpeln kostet deutlich mehr als eine Wohnung, weil Keller, Dachboden, Garage und oft ein Garten dazugehören. Für ein normal möbliertes Haus von 100–150 m² liegt der Endpreis im Schnitt bei 2.891 €, typische Spanne 2.380–3.480 € (Basis: 90 über AWL Zentrum angenommene Aufträge, 2020–2026). Kleinere Häuser sind günstiger, stark vermüllte oder Messie-Objekte teurer.

Dieser Ratgeber zeigt, was die Räumung nach Größe wirklich kostet, in welcher Reihenfolge Sie am besten vorgehen und was mit dem Hausrat passiert. Der rechtliche Teil ist eine allgemeine Orientierung, keine Rechts- oder Steuerberatung.

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Was kostet es, ein Haus zu entrümpeln?

Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 100–150 m² Wohnfläche kostet in der Entrümpelung im Schnitt 2.891 €, bei einer typischen Spanne von 2.380–3.480 € (90 angenommene AWL-Aufträge). Der Preis steigt fast linear mit der Fläche: Je mehr Räume und Nebenflächen geleert werden, desto mehr Volumen, Arbeitszeit und Entsorgungsgebühren fallen an.

Die folgende Übersicht zeigt den durchschnittlichen Endpreis nach Wohnfläche – alle Werte für den Regelfall „normal möbliert“ aus realen, über AWL Zentrum angenommenen Aufträgen:

WohnflächeØ EndpreisTypische SpanneAufträge
16–39 m²777 €620–980 €47
40–80 m²1.599 €1.250–1.940 €73
81–99 m²2.025 €1.840–2.270 €47
100–150 m²2.891 €2.380–3.480 €90
über 150 m²4.784 €3.780–6.340 €62

Der zweite große Hebel neben der Fläche ist der Füll- und Verschmutzungsgrad. Ein stark möbliertes Haus mit 100–150 m² kostet im Schnitt 3.770 € statt 2.891 € (48 Aufträge). Handelt es sich um einen Messie-Fall, verdoppelt sich der Wert glatt: Bei 100–150 m² sind es dann durchschnittlich 6.876 € (5.840–8.160 €, 18 Aufträge), bei über 150 m² im Extrem 12.382 € (15 Aufträge). Das liegt am Sortier- und Reinigungsaufwand, an Schutzkleidung und an der höheren Restmüllquote, wenn kaum etwas verwertbar ist.

Zum Einordnen: Eine reine Entrümpelung kostet bundesweit über alle Objektarten im Schnitt 1.635 € (620–2.920 €, 12.798 Aufträge, rund 32 €/m²). Ein ganzes Haus liegt also naturgemäß im oberen Bereich dieser Verteilung – einfach, weil mehr wegmuss.

Neben Fläche und Zustand gibt es drei Faktoren, die den Hauspreis nach oben treiben, ohne dass mehr Volumen entsteht: die Zahl der Etagen, weil jedes Stockwerk Trageweg und Zeit kostet; der Zugang, also enge Kellertreppen, verwinkelte Dachböden oder ein schmaler Hofdurchgang, an dem kein Fahrzeug nah heranfährt; und die Entfernung zur nächsten Deponie, die sich über Anfahrt und Kippgebühren im Festpreis niederschlägt. Zwei baugleiche Häuser können sich allein deshalb um mehrere Hundert Euro unterscheiden. Genau diese Punkte sieht ein Anbieter erst bei der Besichtigung – der Grund, warum ein seriöser Festpreis nie blind am Telefon entsteht.

Haus entrümpeln oder Haushaltsauflösung – wo ist der Unterschied?

Ein Haus zu entrümpeln bedeutet, sämtliche beweglichen Gegenstände aus dem Gebäude und seinen Nebenräumen zu entfernen, während die Immobilie selbst erhalten bleibt. Typische Anlässe sind der geplante Verkauf, eine Sanierung oder ein geerbtes Haus, das die Familie behält oder erst besenrein übergeben will.

Unter einer Haushaltsauflösung versteht man die vollständige Auflösung eines Haushalts – die Räumung plus die Abwicklung drumherum: Verwertung des Hausrats, Kündigungen, Ummeldungen und die endgültige Übergabe. Für den Auftrag am Haus ist die Grenze fließend, und der Preis richtet sich in beiden Fällen nach denselben Faktoren: Menge, Fläche, Etagen, Zugang und Zustand.

Praktisch heißt das: Ob im Angebot „Entrümpelung“ oder „Haushaltsauflösung“ steht, ändert den Endpreis kaum. Entscheidend ist, was tatsächlich raus muss. Wer die Kostenlogik einer kompletten Auflösung vertiefen will, findet sie im Ratgeber Haushaltsauflösung: Kosten 2026; die grundsätzliche Abgrenzung erklärt Was ist eine Entrümpelung?.

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In welcher Reihenfolge entrümpelt man ein Haus?

Bewährt hat sich, von oben nach unten und von den Nebenräumen zum Wohnbereich zu arbeiten: erst Dachboden, dann die Wohngeschosse, zuletzt Keller und Garage. So blockiert kein bereits geräumter Raum den Abtransport aus den oberen Etagen, und Sie behalten die Menge im Blick.

In dieser Reihenfolge bleibt ein ganzes Haus beherrschbar:

  1. Dokumente und Wertsachen zuerst sichern. Bevor irgendetwas bewegt wird, gehen Verträge, Urkunden, Schmuck und Fotos in eine getrennte Kiste. Was einmal im Container liegt, ist praktisch weg.
  2. Von oben nach unten räumen. Der Dachboden zuerst, weil enge Treppen und Dachschrägen den größten Zeitfresser darstellen und der Weg nach unten frei bleiben muss.
  3. Wohngeschosse in drei Stapel sortieren: Behalten, Verkaufen/Spenden, Entsorgen. Diese Dreiteilung entscheidet später über den Preis, weil verwertbare Möbel angerechnet werden können.
  4. Keller und Garage zum Schluss. Hier sammeln sich Sonderabfälle – Farben, Altöl, Reifen, Batterien. Details dazu im Keller entrümpeln- und Garage entrümpeln-Ratgeber.
  5. Garten und Außenanlagen nicht vergessen: Gartenmöbel, Geräteschuppen, Grünschnitt. Was hier anfällt, behandelt Garten entrümpeln.

Zur Größenordnung der Nebenräume: Ein normal befüllter Keller von 16–39 m² kostet für sich genommen im Schnitt 615 € (120 Aufträge) – solche Einzelposten summieren sich beim Haus, weshalb ein Komplettauftrag pro Kubikmeter meist günstiger ausfällt als jede Fläche einzeln zu beauftragen.

Was passiert mit dem Hausrat aus einem ganzen Haus?

Brauchbares wird verkauft, gespendet oder auf den Preis angerechnet, alles Übrige getrennt der Verwertung oder Entsorgung zugeführt. Die Recyclingquote ist dabei hoch: 2023 wurden 98 % der Haushaltsabfälle verwertet, davon 68 % stofflich (Umweltbundesamt). Ein Haus landet also nicht pauschal auf der Deponie.

Die Trennung ist kein freiwilliger Service, sondern gesetzlich vorgegeben. Das Kreislaufwirtschaftsgesetz verlangt, dass verwertbare Abfälle getrennt gehalten werden:

„Soweit dies zur Erfüllung der Anforderungen nach § 7 Absatz 2 bis 4 und § 8 Absatz 1 erforderlich ist, sind Abfälle getrennt zu sammeln und zu behandeln.”

— § 9 Abs. 1 KrWG (Bundesamt für Justiz)

Praktisch heißt das: Elektrogeräte, Sonderabfall und Sperriges gehen getrennte Wege. Eine seriöse Firma weist diese Trennung im Angebot aus und übergibt bei Bedarf Entsorgungsnachweise – ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu Billiganbietern, die alles in eine Mulde kippen. Welche Fraktion wohin gehört, ordnet die Übersicht Was darf zum Recyclinghof?.

Genau an dieser Stelle liegt auch ein Sparhebel: Je mehr verwertbarer Hausrat vorhanden ist, desto eher lässt sich ein Teil über die Wertanrechnung gegenrechnen. Wie das funktioniert und wann eine kostenlose Räumung realistisch ist, erklärt Entrümpelung mit Wertanrechnung.

Selbst räumen oder Firma beauftragen?

Bei einem ganzen Haus kommt schnell eine Lkw-Menge zusammen – für die reine Eigenleistung müssen Sie Transport, Containermiete, Deponiegebühren und mehrere Tage Arbeit gegenrechnen. Die folgende Tabelle stellt die drei realistischen Wege gegenüber:

WegKostenDauerAufwandWann sinnvoll
Selbst räumenContainer + Gebühren + Spritmehrere Wochenendenhoch, körperlichwenig Volumen, Anhänger vorhanden, keine Frist
Firma beauftragenFestpreis (Ø 2.891 € bei 100–150 m²)1–2 Tagegeringvolles Haus, mehrere Etagen, Zeitdruck
Kombinationreduzierter Festpreis1 Wochenende + 1 TagmittelSie sortieren vor, Firma holt den Rest

Für viele Hausräumungen ist die Kombination der günstigste Weg: Sie sortieren selbst vor, verkaufen oder verschenken Verwertbares und lassen die Firma nur die sperrige Restmenge holen. Das senkt das abzurechnende Volumen – und damit den Festpreis.

Ein weiterer Posten, den viele übersehen: die Steuer. Für den selbst genutzten Haushalt lassen sich 20 % der reinen Arbeitskosten absetzen, höchstens 4.000 € pro Jahr (§ 35a Abs. 2 EStG). Voraussetzung ist eine Rechnung mit getrennt ausgewiesenem Arbeitsanteil und Zahlung per Überweisung. Die Einzelheiten und eine Beispielrechnung stehen in Entrümpelung steuerlich absetzen (§ 35a).

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So kommen Sie an einen belastbaren Festpreis

Der Weg zum verlässlichen Preis ist kurz: Menge grob schätzen, Zustand ehrlich angeben, mehrere Angebote vergleichen. Wichtig ist eine Vor-Ort- oder Video-Besichtigung vor der Beauftragung – nur so wird aus dem Richtwert ein Festpreis, der später nicht „wegen Mehraufwand“ nach oben korrigiert wird.

Achten Sie im Angebot auf drei Dinge: einen klar benannten Leistungsumfang (welche Räume, besenrein ja/nein), einen echten Festpreis statt Stundenlohn und die getrennte Ausweisung des Arbeitsanteils für die Steuer. Woran Sie unseriöse Anbieter erkennen, fasst Unseriöse Entrümpler erkennen zusammen.

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Häufige Fragen

Was kostet es, ein Haus zu entrümpeln?
Für ein normal möbliertes Haus von 100–150 m² liegt der Endpreis im Schnitt bei 2.891 €, mit einer typischen Spanne von 2.380–3.480 € (Basis: 90 über AWL Zentrum angenommene Aufträge). Kleinere Häuser bis 80 m² kosten im Schnitt 1.599 € (1.250–1.940 €, 73 Aufträge), Objekte über 150 m² liegen bei 4.784 € (3.780–6.340 €, 62 Aufträge). Vermüllung und ein Messie-Fall verteuern deutlich: Bei 100–150 m² steigt der Schnitt dann auf 6.876 €.
Was ist der Unterschied zwischen Haus entrümpeln und Haushaltsauflösung?
Entrümpeln heißt, das Gebäude zu leeren – die Immobilie bleibt bestehen, etwa vor Verkauf, Sanierung oder nach einem Erbfall, bei dem das Haus behalten wird. Eine Haushaltsauflösung löst darüber hinaus den gesamten Haushalt auf, inklusive Abmeldungen und Übergabe. In der Praxis überschneiden sich beide stark; der Preis richtet sich vor allem nach Menge, Fläche und Zustand, nicht nach dem Namen der Leistung.
In welcher Reihenfolge entrümpelt man ein Haus?
Bewährt hat sich von oben nach unten und von den Nebenräumen zum Wohnbereich: erst Dachboden, dann Wohngeschosse, zuletzt Keller und Garage. Vorher trennen Sie in Behalten, Verkaufen/Spenden und Entsorgen und sichern wichtige Dokumente. So blockiert kein bereits geräumter Raum den Abtransport aus den oberen Etagen.
Was passiert mit dem Hausrat aus der Entrümpelung?
Brauchbares wird verkauft, gespendet oder auf den Preis angerechnet, der Rest getrennt der Verwertung zugeführt. 2023 wurden 98 % der Haushaltsabfälle verwertet, davon 68 % stofflich (Umweltbundesamt). Gefährliche Stoffe wie Farben, Altöl oder Elektrogeräte müssen ohnehin getrennt bleiben – das schreibt § 9 KrWG vor.
Kann ich die Haus-Entrümpelung von der Steuer absetzen?
Für den selbst genutzten Haushalt lassen sich 20 % der reinen Arbeitskosten absetzen, höchstens 4.000 € pro Jahr (§ 35a Abs. 2 EStG, haushaltsnahe Dienstleistungen). Voraussetzung: eine Rechnung mit ausgewiesenem Arbeitsanteil und Zahlung per Überweisung, nicht bar. Materialkosten zählen nicht mit. Bei einem geerbten, nicht selbst bewohnten Haus greift diese Regel in der Regel nicht.
Lohnt es sich, ein Haus selbst zu entrümpeln oder eine Firma zu beauftragen?
Bei einem ganzen Haus mit Keller, Dachboden und Garage kommt schnell eine Lkw-Menge zusammen – Transport, Containermiete, Deponiegebühren und mehrere Tage Arbeit summieren sich. Selbermachen lohnt bei wenig Volumen und vorhandenem Anhänger. Sobald sperrige Möbel, mehrere Etagen oder Zeitdruck (Verkauf, Übergabe) dazukommen, ist eine Firma meist günstiger als die Summe der Einzelposten – und schneller.

Quellen

  1. § 9 KrWG – Getrennte Sammlung und Behandlung von Abfällen zur Verwertung — Bundesamt für Justiz
  2. Abfälle privater Haushalte – Aufkommen und Verwertung — Umweltbundesamt
  3. § 35a EStG – Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen — Bundesamt für Justiz

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