Besenreine Übergabe: Was Mieter beim Auszug beachten müssen
Wer eine Wohnung zurückgibt, liest im Mietvertrag oft das Wort “besenrein”. Doch was genau bedeutet das - und wie weit reicht die Reinigungspflicht wirklich? Dieser Ratgeber ordnet die Rechtslage ein, gibt eine praktische Checkliste und erklärt, welche Faktoren die Kosten beeinflussen, wenn zusätzlich entrümpelt werden muss.
Was “besenrein” rechtlich bedeutet
Der Begriff sorgt regelmäßig für Diskussionen zwischen Mietern und Vermietern. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs beschränkt sich die Verpflichtung zur besenreinen Rückgabe auf die Beseitigung grober Verschmutzungen. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt: “Besenrein” ist nicht gleichbedeutend mit einer aufwendigen Grundreinigung.
Wichtig ist stets ein Blick in den individuellen Mietvertrag, denn dort können ergänzende Vereinbarungen getroffen sein. Bei strittigen Einzelpunkten - etwa zu Fenstern oder Kalkspuren - ist es sinnvoll, diese frühzeitig und schriftlich mit dem Vermieter zu klären, statt sie auf den Übergabetag zu verschieben.
Praktische Checkliste für die Übergabe
Die folgenden Punkte sind praktische Empfehlungen, die eine reibungslose Übergabe erleichtern - nicht als allgemeine Rechtspflicht zu verstehen:
- Groben Schmutz entfernen: Böden fegen und wischen, sichtbare Flecken und Rückstände beseitigen.
- Wohnung leerräumen: Eigene Möbel, Hausrat und persönliche Gegenstände vollständig mitnehmen.
- Löcher und Dübel: Vereinbarungen dazu vorab mit dem Vermieter abstimmen.
- Keller, Dachboden, Garage: Auch Nebenräume nicht vergessen, hier sammelt sich oft Vergessenes an.
- Schlüssel: Alle Schlüssel vollständig zusammenstellen und quittieren lassen.
- Zählerstände: Strom, Gas und Wasser gemeinsam ablesen und im Protokoll festhalten.
- Übergabeprotokoll: Zustand jedes Raums festhalten. Fotos können den Zustand dokumentieren.
Ein sorgfältig ausgefülltes Übergabeprotokoll schafft für beide Seiten Klarheit über den Zustand der Wohnung zum Zeitpunkt der Rückgabe.
Wenn zusätzlich entrümpelt werden muss
Manchmal reicht Reinigen nicht aus - etwa wenn Möbel, Sperrmüll oder viel Hausrat zurückbleiben, oder bei einer Wohnung, die über längere Zeit stark vollgestellt wurde. Dann kommt eine professionelle Entrümpelung ins Spiel, damit die Wohnung rechtzeitig besenrein übergeben werden kann.
Einen pauschalen Preis dafür gibt es nicht. Die Kosten hängen von mehreren Faktoren ab:
- Menge und Art des Hausrats: Je mehr Volumen, desto höher der Aufwand.
- Demontagen: Einbauküchen, Regale oder verbaute Möbel erhöhen den Arbeitsaufwand.
- Elektrogeräte und Sondergegenstände: Diese erfordern eine gesonderte Behandlung bei der Entsorgung.
- Etage und Laufwege: Ohne Aufzug und mit langen Wegen steigt der Zeitaufwand.
- Transport: Entfernung zu Deponie oder Verwertungsstelle.
- Regionale Entsorgungsbedingungen: Gebühren und Annahmeregeln unterscheiden sich je nach Ort.
Seriöse Anbieter erstellen ein Angebot auf Grundlage aussagekräftiger Fotos oder einer Besichtigung vor Ort - beides kann gleichwertig als Basis dienen. Achten Sie auf ein transparentes, schriftliches Angebot mit klaren Leistungen und darauf, dass die fachgerechte Entsorgung enthalten ist.
Fazit
“Besenrein” bedeutet zunächst die Beseitigung grober Verschmutzungen - nicht mehr und nicht weniger, sofern der Mietvertrag nichts anderes vorsieht. Wer die Wohnung leerräumt, groben Schmutz entfernt und ein Übergabeprotokoll erstellt, ist gut vorbereitet. Bleibt viel Hausrat zurück, hilft eine professionelle Entrümpelung - deren Preis sich am tatsächlichen Aufwand orientiert und deshalb individuell ermittelt werden sollte. Weitere Hintergründe zur Rechtslage bietet Bundesgerichtshof, Urteil vom 28.06.2006, VIII ZR 124/05.
