Ein Umzug ist der beste Zeitpunkt zum Ausmisten – und der teuerste, wenn man es dem Zufall überlässt. Wer alles mitnimmt und die Altwohnung erst am Ende räumt, zahlt zweimal: einmal den Umzug für Dinge, die ohnehin entsorgt werden, und einmal die Räumung unter Zeitdruck. Wird beides zusammen geplant, sinkt der Aufwand spürbar. Der Preis hängt dabei nie am Wort „Umzug”, sondern an der Räummenge: Eine normal möblierte Wohnung von 40–80 m² kostet im Schnitt 1.509 €, ein einzelner ausgeräumter Raum dagegen nur rund 414 € (Konstellation „Wohnung” bzw. „Raum, normal möbliert”, angenommene AWL-Aufträge seit 2024).
Zur Einordnung: Der bundesweite Durchschnitt einer kompletten Entrümpelung liegt bei 1.635 € bei einer typischen Spanne von 620–2.920 € und 32,1 €/m² (Basis: 12.798 angenommene AWL-Aufträge seit 2020). Beim Umzug ist das aber nur der Rahmen für den schlimmsten Fall – die komplette Räumung. Der eigentliche Hebel liegt darin, wie viel Sie vorher weitergeben, verkaufen oder verschenken, statt es kostenpflichtig zu entsorgen.
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Die Entrümpelung beim Umzug kostet so viel, wie die geräumte Menge groß ist – für eine normal möblierte Wohnung meist zwischen rund 400 € (Einzelraum) und 2.600 € (100–150 m²). Ein eigener „Umzugs-Tarif” existiert nicht; abgerechnet wird nach Objektgröße und Füllgrad. Die folgenden Richtwerte stammen aus echten, angenommenen Aufträgen der Konstellation „Wohnung, normal möbliert”:
| Wohnungsgröße (normal möbliert) | Ø-Endpreis (angenommene AWL-Aufträge) |
|---|---|
| bis 15 m² | Ø 420 € (310–510 €), n = 140 |
| 16–39 m² | Ø 749 € (530–970 €), n = 214 |
| 40–80 m² | Ø 1.509 € (1.160–1.870 €), n = 1.034 |
| 81–99 m² | Ø 2.075 € (1.830–2.300 €), n = 146 |
| 100–150 m² | Ø 2.611 € (2.290–3.050 €), n = 97 |
Basis: angenommene AWL-Entrümpelungsaufträge, Konstellation „Wohnung, normal möbliert” seit 2024. Der verbindliche Festpreis wird erst nach kurzer Beschreibung von Menge und Zugang genannt.
Beim Umzug ist aber selten die ganze Wohnung zu räumen – meist bleibt nur das übrig, was nicht mitkommt. Dafür sind die Teil-Konstellationen realistischer: Ein einzelner ausgeräumter Raum bis 15 m² liegt im Schnitt bei 414 € (290–510 €, n = 53), ein Raum von 16–39 m² bei rund 602 € (520–730 €, n = 118), ein normaler Keller bis 15 m² bei 422 € (400–510 €, n = 81). Wer also nur den vollgestellten Keller, den Dachbodenanteil und ein Zimmer mit Altmöbeln räumen lässt, bleibt deutlich unter dem Preis einer kompletten Wohnungsräumung.
Auffällig ist dabei, dass kleine Flächen pro Quadratmeter am teuersten sind: Wohnungen unter 20 m² kosten rechnerisch rund 48,6 €/m², Flächen von 20–40 m² etwa 37,8 €/m², während große Wohnungen ab 60–80 m² auf rund 28,5 €/m² sinken (bundesweite Größenklassen, 12.798 angenommene AWL-Aufträge seit 2020). Der Grund ist der Fixkostenanteil: An- und Abfahrt, Fahrzeug und Mindestbesetzung fallen unabhängig von der Menge an. Für den Umzug heißt das: Ein einzelnes kleines Zimmer zu räumen wirkt pro Quadratmeter teuer, in absoluten Zahlen bleibt es aber der günstigste Weg.
Was ist eine Umzugsentrümpelung?
Eine Umzugsentrümpelung ist das Ausräumen und fachgerechte Entsorgen all dessen, was beim Wohnungswechsel nicht ins neue Zuhause umzieht – im selben Zeitfenster wie der Umzug. Sie ist kein Sonderfall, sondern die häufigste Alltagsform der Entrümpelung: alte Möbel, die im Neubau keinen Platz finden, der über Jahre gefüllte Keller, ausrangierte Elektrogeräte und der Restmüll, der nach dem Packen übrig bleibt.
Der Unterschied zur Wohnungsauflösung ist wichtig. Bei einer Wohnungsauflösung wird ein Haushalt vollständig aufgelöst, meist weil jemand verstirbt oder dauerhaft in eine Pflegeeinrichtung zieht – niemand wohnt danach dort weiter. Bei der Umzugsentrümpelung ziehen Sie selbst weiter und nehmen den Kern Ihres Hausrats mit; entsorgt wird nur der Rest. Diese Abgrenzung entscheidet über die Menge – und damit über den Preis. Wie eine vollständige Auflösung Schritt für Schritt geplant wird, zeigt der Ratgeber Wohnungsauflösung organisieren; die reine Preissystematik pro Quadratmeter steht in Entrümpelung Kosten pro m².
Umzug und Entrümpelung: die richtige Reihenfolge
Die günstigste Reihenfolge ist: erst ausmisten, dann umziehen, zuletzt die leere Altwohnung räumen und übergeben. Wer die Entrümpelung ans Ende schiebt, transportiert Ballast in die neue Wohnung und muss die Räumung unter Termindruck erledigen – beides treibt die Kosten. Der Ablauf, der sich in der Praxis bewährt:
- Frühzeitig sichten (4–8 Wochen vorher). Jeden Raum durchgehen und in drei Stapel teilen: kommt mit, wird weitergegeben, wird entsorgt. Diese Trennung entscheidet über Umzugs- und Entrümpelungskosten.
- Wertvolles zuerst weitergeben. Gut erhaltene Möbel, Elektrogeräte und Hausrat verkaufen oder verschenken – dafür sind die Wochen vor dem Umzug ideal, weil Abholtermine planbar sind.
- Umzug des Behaltenen. Nur das transportieren lassen, was mitkommt. Jedes eingesparte Möbelstück verkleinert den Transport und die spätere Räumung.
- Altwohnung räumen. Den verbliebenen Rest – Sperrmüll, Restmüll, defekte Möbel, Sonderabfall – über Sperrmüllabholung oder eine beauftragte Entrümpelung entsorgen lassen.
- Besenrein übergeben. Die leere Wohnung fegen und im vereinbarten Zustand übergeben; den Räumtermin einige Tage vor Mietende legen, damit Puffer für Nacharbeiten bleibt.
Für die Fristen gilt: Nach einer ordentlichen Kündigung bleiben Mietern in der Regel rund drei Monate Zeit – genug, um Ausmisten und Umzug ohne Hektik zu staffeln. Was beim Zustand der Übergabe zählt, ist im Detail Sache des Mietvertrags; der Ratgeber Besenreine Übergabe ordnet die Rechtslage ein.
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Der wirksamste Hebel gegen die Kosten ist, die zu entsorgende Menge vor dem Umzug zu verkleinern. Alles, was noch brauchbar ist, muss niemand kostenpflichtig wegwerfen – und der Umweltnutzen ist erheblich. Das Umweltbundesamt beziffert allein den Zufluss:
„Rund 3,6 Millionen Tonnen Möbel werden jedes Jahr in Deutschland neu gekauft” – „Noch brauchbare Möbel können Sie spenden, verschenken oder verkaufen”.
— Umweltbundesamt, „Umweltfreundliche Möbel: Ressourcenschonung mit einem gesunden Raumklima verbinden”
Für größere Stücke ist der lokale Verkauf am einfachsten. Die Verbraucherzentrale empfiehlt für sperrige Ware ausdrücklich Kleinanzeigen, „ideal für lokale Verkäufe und größere Gegenstände wie Möbel”, und ordnet den Nutzen so ein: „Wer Dinge weitergibt und nicht wegwirft, verlängert ihre Lebensdauer und spart Ressourcen.” Was übrig bleibt und nicht mehr zu gebrauchen ist, gilt als Sperrmüll – und dessen Regeln sind örtlich verschieden. Die Verbraucherzentrale ist hier eindeutig: „Die Entsorgung von Sperrmüll ist in den Kommunen und Kreisgebieten unterschiedlich geregelt.” Der Abfallkalender der Kommune nennt Termine und Mengengrenzen.
Wer eine Firma beauftragt, kann brauchbaren Hausrat außerdem als Wertanrechnung auf den Räumpreis anrechnen lassen. Wie das funktioniert und wann eine kostenlose Räumung realistisch ist, erklärt der Ratgeber Entrümpelung mit Wertanrechnung. Welche kostenlosen Wege es speziell für Möbel gibt, steht in Möbel abholen lassen.
Selbst ausmisten oder Entrümpler beauftragen?
Ob sich Eigenregie lohnt, entscheidet die Kombination aus Menge, Zeit und Zugang. Beim Umzug ist die Zeit meist knapp – parallel wird gepackt, renoviert und organisiert. Für kleine Mengen mit gutem Zugang ist Selbermachen fast immer günstiger; sobald viel Volumen, schwere Möbel oder mehrere Fahrten zusammenkommen, gleicht sich der Vorteil aus. Die drei üblichen Wege im Vergleich:
| Weg | Kosten | Aufwand / Dauer | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|
| Selbst zum Wertstoffhof / Sperrmüll | nur kommunale Gebühren + Transport | mehrere Fahrten, eigene Zeit, Muskelkraft | kleine Menge, Anhänger vorhanden, Zeitpuffer |
| Kommunale Sperrmüllabholung | oft gering, je Kommune | Anmeldung nötig, feste Termine, Mengengrenze | planbar, wenig Volumen, kein Zeitdruck |
| Entrümpler beauftragen | Festpreis, Ø-Rahmen 400–1.600 € (Teil- bis Kompletträumung) | ein halber bis ganzer Tag, alles aus einer Hand | viel Volumen, wenig Zeit, fristgerechte Übergabe |
Der praktische Bruchpunkt liegt beim Umzug meist bei der Zeit: Wer die Altwohnung in wenigen Tagen fristgerecht besenrein übergeben muss und nebenher den Umzug stemmt, spart mit einer Beauftragung vor allem Termindruck und mehrere eigene Fahrten. Wer eine Firma nimmt, sollte vorher vergleichen und auf einen schriftlichen Festpreis bestehen – woran sich seriöse Anbieter erkennen lassen, zeigt die Checkliste für eine seriöse Entrümpelungsfirma. Steht die neue Wohnung fest, lohnt zusätzlich ein Blick auf die Entrümpelungspreise vor Ort.
Dieser Ratgeber liefert allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung. Ob und in welchem Umfang beim Auszug Renovierung, Schönheitsreparaturen oder ein besonderer Übergabezustand geschuldet sind, hängt vom individuellen Mietvertrag ab und ist im Zweifel mit dem Vermieter, einem Mieterverein oder einer Rechtsberatung zu klären.
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