Eine Firma für Wohnungsauflösung ist ein Dienstleister, der eine Wohnung vollständig leerräumt, den Hausrat abtransportiert, fachgerecht entsorgt und die Räume besenrein übergibt. Bundesweit liegt der Ø-Endpreis einer über AWL Zentrum vermittelten Wohnungsauflösung bei 1.668 € pro Auftrag (Basis: 8.221 angenommene Aufträge, 2020–2026). Ob sich die Beauftragung lohnt, entscheidet sich an Menge, Zeit und Zugang.
Dieser Ratgeber beantwortet die drei Fragen, die vor der Beauftragung zählen: Was macht eine solche Firma konkret, was kostet sie, und woran erkennen Sie einen geeigneten Betrieb? Die Zahlen stammen aus echten Auftragsdaten, die rechtlichen Hinweise sind allgemeine Information und keine Rechtsberatung.
Was macht eine Firma für Wohnungsauflösung?
Eine Firma für Wohnungsauflösung übernimmt alles, was Ausrüstung, Transport und Entsorgungswissen braucht – vom leeren Räumen bis zur besenreinen Übergabe. Rechtlich ist der Auftrag ein Werkvertrag: Der Betrieb schuldet nicht bloß Arbeitsstunden, sondern ein Ergebnis, nämlich die geräumte und übergebene Wohnung.
„Durch den Werkvertrag wird der Unternehmer zur Herstellung des versprochenen Werkes, der Besteller zur Entrichtung der vereinbarten Vergütung verpflichtet.”
— § 631 Abs. 1 BGB
Das ist mehr als eine Formalie: Weil ein bestimmter Erfolg geschuldet wird, können Sie das Ergebnis einfordern – vorausgesetzt, der Leistungsumfang steht schriftlich fest. Zum typischen Leistungsumfang gehören:
- Räumung aller Räume – Wohnräume, Küche, Bad und Nebenräume wie Keller, Dachboden oder Kellerabteil.
- Demontage von Möbeln, Einbauküchen, Lampen, Gardinenstangen oder Bodenbelägen, soweit vereinbart.
- Transport und fachgerechte Entsorgung mit Trennung der Wertstoffe. In deutschen Haushalten fielen 2023 rund 433 kg Abfall pro Kopf an, von denen laut Umweltbundesamt inzwischen 98,3 % verwertet werden – eine seriöse Firma trennt entsprechend statt alles als Restmüll zu deponieren.
- Besenreine Übergabe an den Vermieter, auf Wunsch mit Entsorgungsnachweis.
- Wertanrechnung: Der Wert brauchbarer Möbel und Geräte wird vom Preis abgezogen.
Der Begriff Wohnungsauflösung meint dabei das vollständige Leerräumen einer Wohnung – meist bei Auszug, Umzug ins Pflegeheim oder nach einem Todesfall – inklusive besenreiner Übergabe an den Vermieter. „Entrümpelung” wird dagegen eher für einzelne Bereiche wie Keller, Dachboden oder Garage verwendet. Viele Betriebe bieten beides an; entscheidend ist nicht das Wort, sondern dass der schriftlich vereinbarte Leistungsumfang genau zu Ihrer Aufgabe passt.
Was die Firma nicht übernimmt, ist das Sortieren und Sichern persönlicher Dinge – Dokumente, Wertsachen und Erinnerungsstücke. Das bleibt bei Ihnen, weil nur Sie wissen, was Wert hat oder wichtig ist. Wie diese Vorarbeit strukturiert abläuft, zeigt der Ratgeber Wohnungsauflösung organisieren.
Firma beauftragen oder selbst auflösen?
Für eine vollständige Wohnungsauflösung mit Möbeln, mehreren Zimmern und einer Frist ist eine Firma meist günstiger und schneller als die Eigenregie – bei wenigen Einzelstücken oder viel Zeit kann Selbermachen sinnvoll sein. Der ehrliche Vergleich rechnet auf beiden Seiten den vollen Aufwand.
| Weg | Kosten | Dauer | Aufwand | Wann sinnvoll |
|---|---|---|---|---|
| Firma beauftragen | Festpreis, Ø 1.668 € bundesweit | meist 1 Arbeitstag | gering (nur Vorsortieren) | volle Wohnung, Frist, Möbel, Nebenräume |
| Selbst auflösen | Transporter, Deponiegebühr, Helfer | mehrere Tage bis Wochen | hoch (Tragen, Fahrten, Entsorgung) | wenige Stücke, viel Zeit, kein Mengendruck |
| Mischform | reduzierter Festpreis | 1 Tag + Eigenleistung | mittel | Sie sortieren, Firma räumt und entsorgt |
Die scheinbar kostenlose Eigenregie summiert sich oft unerwartet: Transportermiete, mehrere Fahrten zum Wertstoffhof, Deponiegebühren nach Gewicht, Verpflegung für Helfer und mehrere Urlaubstage. Kommt Sperriges oder Sondermüll wie Farben und Elektroschrott hinzu, wird die Entsorgung kleinteilig und zeitaufwendig. Genau hier liegt der Vorteil einer Firma: ein verbindlicher Festpreis statt vieler kleiner, schwer kalkulierbarer Einzelposten.
Sie wollen wissen, was eine Firma für Ihre Wohnungsauflösung verlangt? In 2 Minuten beschreiben und mehrere Festpreis-Angebote vergleichen.
Kostenrechner starten →Was kostet eine Firma für Wohnungsauflösung?
Bundesweit liegt der Ø-Endpreis einer über AWL Zentrum vermittelten Wohnungsauflösung bei 1.668 € pro Auftrag, rund 30,90 €/m² (Basis: 8.221 angenommene Aufträge, 2020–2026). Die typische Spanne reicht von 750 € bis 2.700 € und hängt vor allem von Größe, Menge, Etage und Zustand ab.
Die folgenden Richtwerte sind Ø-Endpreise kompletter Aufträge nach Wohnungsgröße und Zustand – keine Stückpreise und keine Zusage für Ihre konkrete Wohnung:
| Wohnungsgröße | Zustand | Richtwert (Ø-Endpreis) |
|---|---|---|
| bis 15 m² | normal möbliert | 420 €, n = 140 |
| 16–39 m² | normal möbliert | 749 €, n = 214 |
| 40–80 m² | normal möbliert | 1.509 € (1.160–1.870 €), n = 1.034 |
| 40–80 m² | stark vollgestellt | 1.941 € (1.470–2.390 €), n = 313 |
| 81–99 m² | normal möbliert | 2.075 € (1.830–2.300 €), n = 146 |
| 100–150 m² | normal möbliert | 2.611 € (2.290–3.050 €), n = 97 |
Der Quadratmeterpreis ist nicht linear: Kleine Wohnungen unter 20 m² kosten mit rund 48,90 €/m² anteilig am meisten, weil Anfahrt und Grundaufwand kaum sinken. Der Sprung von „normal” zu „stark vollgestellt” bei gleicher Fläche zeigt zudem, dass nicht die Quadratmeter den Preis treiben, sondern die Menge und der Entsorgungsaufwand. Wie stark der Preis zusätzlich regional schwankt, schlüsselt der Ratgeber Wohnungsauflösung Kosten 2026 auf.
Neben Größe und Menge treiben vor allem drei Faktoren den Preis: Etage und Zugang – ohne Aufzug, mit langem Trageweg oder enger Parksituation steigt der Aufwand spürbar –, der Anteil an Sondermüll wie Farben, Chemikalien oder Elektroschrott, der gesondert entsorgt werden muss, und der Zustand der Wohnung. Genau deshalb entsteht ein belastbarer Festpreis erst nach Besichtigung oder aussagekräftigen Fotos; eine Pauschale „pro Zimmer” ohne Blick auf die Wohnung ist nicht seriös kalkulierbar.
Ein niedrigerer Endpreis ist möglich, wenn brauchbare Möbel und Geräte über die Wertanrechnung verrechnet werden. Wie dieses Modell funktioniert und wann es sich lohnt, erklärt der Ratgeber Entrümpelung mit Wertanrechnung.
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Eine geeignete Firma nennt einen verbindlichen Festpreis nach Besichtigung oder aussagekräftigen Fotos, beschreibt den Leistungsumfang schriftlich und verlangt keine Vorkasse. Der wirksamste Schutz vor bösen Überraschungen ist der Vergleich mehrerer Angebote.
„Vor Auftragsvergabe sollten immer zwei bis drei Angebote oder Kostenvoranschläge verschiedener Firmen eingeholt werden.”
— Verbraucherzentrale, „Handwerker finden: So vermeiden Sie böse Überraschungen”
Beim Vergleich lohnt ein Blick auf die Verbindlichkeit: Angebote sind in der Regel preislich bindend, ein Kostenvoranschlag ist es nicht – hier kann der Betrag steigen. Achten Sie außerdem darauf, dass jedes Angebot denselben Leistungsumfang abbildet, sonst vergleichen Sie Ungleiches. Warnsignale sind ein auffällig niedriger Preis ohne Besichtigung, verlangte Vorkasse und Drängen, sofort zu unterschreiben.
Die vollständige Prüfung – von der Anschrift über Nachweise bis zum Vertrag – übernimmt die Checkliste für eine seriöse Entrümpelungsfirma; typische Betrugsmuster listet der Ratgeber Unseriöse Entrümpler erkennen. Was in Angebot und Auftrag gehört, steht im Ratgeber Entrümpelungsvertrag: Worauf achten.
Wann sollte ich die Firma beauftragen?
So früh wie möglich – der Fixpunkt ist die Kündigungsfrist des Mietvertrags. Für Mieter beträgt die ordentliche Kündigungsfrist nach § 573c Abs. 1 BGB in der Regel drei Monate, unabhängig von der Wohndauer (allgemeine Information, keine Rechtsberatung – maßgeblich ist Ihr konkreter Mietvertrag). Bis zum Übergabetermin muss die Wohnung geräumt und besenrein sein.
Planen Sie rückwärts vom Übergabetermin: Rund zwei Wochen vorher Angebote einholen und die Firma auswählen, eine Woche vorher Dokumente und Wertsachen sichern und die Sortierung abschließen, am Räumtag übernimmt das Team. Die reine Räumung einer 2- bis 3-Zimmer-Wohnung dauert bei einem eingespielten Team meist einen Arbeitstag. Wer erst kurz vor dem Termin sucht, zahlt für Eilaufträge oft drauf und hat weniger Auswahl.
Handelt es sich um eine Auflösung nach einem Todesfall, kommen erbrechtliche Überlegungen und die Kostenverteilung unter mehreren Erben hinzu. Für diese Einordnung hilft der Ratgeber Nachlassauflösung: Kosten im Erbfall.
Wie läuft die Beauftragung über AWL Zentrum?
Über AWL Zentrum beschreiben Sie Ihre Wohnungsauflösung einmal und erhalten mehrere Festpreis-Angebote geprüfter Partnerfirmen zum Vergleichen. AWL Zentrum führt die Auflösung nicht selbst aus, sondern vermittelt passende Betriebe – das erspart Ihnen die Einzelrecherche und liefert genau die zwei bis drei Vergleichsangebote, die die Verbraucherzentrale empfiehlt.
So läuft es ab: Sie geben Wohnungsgröße, ungefähre Menge, Etage und Zugang an. Auf dieser Grundlage melden sich geprüfte Partner mit einem verbindlichen Festpreis. Sie vergleichen in Ruhe, wählen selbst aus und bezahlen nur den Betrieb, den Sie beauftragen. Die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.
Alles geklärt? Dann fehlt nur noch der Preis. Kostenlos und unverbindlich Festpreis-Angebote für Ihre Wohnungsauflösung einholen.
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