Alte Elektrogeräte entsorgen Sie in Deutschland fast immer kostenlos — über den kommunalen Wertstoffhof, eine Sammelstelle im Handel oder die gesetzliche Rücknahmepflicht beim Neukauf. In den Hausmüll dürfen sie nicht. Welcher Weg der bequemste ist, hängt vor allem von der Größe des Geräts und davon ab, ob Sie ohnehin ein neues kaufen.
Der Grund für die vielen kostenlosen Wege ist das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG): Es verpflichtet größere Händler zur Rücknahme und macht die getrennte Sammlung zur Regel. Dieser Ratgeber liefert allgemeine Informationen und keine Rechtsberatung — die genauen Konditionen legen Ihr Entsorgungsbetrieb und der jeweilige Händler fest.
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Kostenrechner starten →Was zählt als Elektroschrott?
Elektroschrott ist jedes ausgediente Gerät, das mit Strom, Batterie oder Akku betrieben wurde — vom Toaster über das Smartphone bis zur Waschmaschine. Erkennbar sind diese Geräte an der durchgestrichenen Mülltonne: Das Symbol bedeutet, dass sie getrennt gesammelt werden müssen und nicht in den Restmüll gehören.
Das ElektroG teilt die Geräte in sechs Sammelgruppen ein — vereinfacht sind das: Wärmeüberträger (Kühl- und Klimageräte), Bildschirme und Monitore, Lampen, Großgeräte, Kleingeräte sowie kleine IT- und Telekommunikationsgeräte. Für den Haushalt heißt das konkret: Großgeräte (Herd, Waschmaschine), Kleingeräte (Wasserkocher, Rasierer, Bohrmaschine), Bildschirme, Lampen sowie IT- und Unterhaltungselektronik.
Auch Kabel, Ladegeräte, elektrisches Spielzeug und Geräte mit fest verbautem Akku fallen darunter. Praktisch alles mit Stecker oder Batteriefach gehört in die Elektro-Sammlung — im Zweifel lieber einmal mehr getrennt abgeben. Nicht dazu zählen reine Batterien und Leuchtmittel ohne Elektronik: Batterien gehören in die Batteriesammlung, klassische Glühbirnen in den Restmüll.
Wohin mit alten Elektrogeräten? Die Wege im Überblick
Es gibt vier praktikable Wege, und die meisten sind für Haushaltsmengen kostenlos. Welcher der schnellste ist, entscheidet vor allem die Größe des Geräts und ob Sie selbst transportieren können.
| Weg | Geeignet für | Kosten & Aufwand |
|---|---|---|
| Wertstoff-/Recyclinghof | Alle Größen, wer selbst transportiert | Für Haushaltsmengen meist kostenlos, sofort ohne Termin |
| Rücknahme im Handel (0:1) | Kleingeräte bis 25 cm, bis 3 Stück | Kostenlos, ohne Neukauf, bei Läden ab 400 m² |
| Rücknahme im Handel (1:1) | Großgeräte beim Neukauf | Kostenlos, auch Abholung bei Lieferung |
| Kommunale Abholung | Sperrige Großgeräte ohne Fahrzeug | Anmeldung nötig, je nach Kommune kostenlos |
Die genauen Konditionen — Freimengen, Öffnungszeiten, Abholtermine — legt Ihr kommunaler Entsorgungsbetrieb fest und unterscheiden sich von Ort zu Ort. Ein kurzer Blick auf dessen Website spart oft eine unnötige Fahrt. Welche Fraktionen ein Hof sonst noch annimmt, zeigt unsere Übersicht Was darf zum Recyclinghof?.
Kostenlose Rücknahme im Handel: 0:1 und 1:1
Der Handel muss alte Elektrogeräte unter klaren Bedingungen kostenlos zurücknehmen. Betroffen sind laut Umweltbundesamt Geschäfte mit mindestens 400 m² Verkaufsfläche für Elektrogeräte sowie Online- und Versandhändler mit mindestens 400 m² Lager- und Versandfläche. Seit dem 1. Juli 2022 gilt das zusätzlich für Lebensmitteleinzelhändler ab 800 m² Gesamtverkaufsfläche, die regelmäßig Elektrogeräte verkaufen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher laufen zwei Rücknahmearten:
- 0:1-Rücknahme (ohne Neukauf): Kleine Altgeräte mit einer Kantenlänge bis 25 cm — Rasierer, Fernbedienung, Smartphone, Toaster — geben Sie kostenlos ab, ganz ohne etwas zu kaufen. Begrenzt auf bis zu drei Geräte pro Geräteart.
- 1:1-Rücknahme (beim Neukauf): Kaufen Sie ein neues, gleichartiges Gerät, muss der Händler Ihr altes kostenlos zurücknehmen — bei Großgeräten auf Wunsch auch bei der Lieferung des neuen Geräts an die Haustür.
Beim Rücknahmesystem take-e-back heißt das für kleine Geräte wörtlich:
„Geräte mit einer Kantenlänge <25cm können Sie hier sogar abgeben, ohne ein Neugerät erworben zu haben.”
Wichtig für den Online-Kauf: Große Händler fragen bereits beim Kaufabschluss, ob ein Altgerät abgeholt werden soll — versteckte Abholgebühren sind dabei nicht erlaubt.
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Der kommunale Wertstoff- oder Recyclinghof nimmt Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten in der Regel kostenlos an — unabhängig von Größe und Menge und ohne dass Sie etwas kaufen müssen. Das ist meist der schnellste Weg, wenn Sie ein Fahrzeug haben und mehrere Geräte auf einmal loswerden wollen.
Für sperrige Großgeräte ohne eigenes Fahrzeug bietet sich die kommunale Abholung an: Sie melden das Gerät beim örtlichen Entsorgungsbetrieb an und stellen es zum Termin bereit. Manche Kommunen betreiben zusätzlich Sammelcontainer, Schadstoffmobile oder eigene Abholservices. Einheitlich erkennbar sind offizielle Rücknahmestellen am bundesweiten Sammelstellen-Logo — wo es hängt, ist die Abgabe kostenlos.
Was kostet die Entsorgung von Elektrogeräten?
Für einzelne Geräte kostet die Entsorgung in aller Regel nichts: Wertstoffhof und Handelsrücknahme sind für Haushaltsmengen kostenlos, weil die getrennte Sammlung gesetzlich vorgeschrieben ist. Eine bundeseinheitliche Gebühr gibt es nicht — kommunale Sonderfälle klärt nur der Anruf beim örtlichen Betrieb.
Kosten entstehen erst, wenn viele Altgeräte gebündelt abgeholt werden sollen, etwa bei einer Wohnungs- oder Kellerräumung. Dann lohnt ein Abholservice, und der Rahmen lässt sich mit echten Zahlen beziffern. Grundlage sind 12.798 angenommene, über AWL Zentrum vermittelte Entrümpelungsaufträge seit 2020:
- Kleine Menge (bis etwa 15 m², normal gefüllt — vergleichbar mit einem Kellerraum voller Altgeräte und Sperrgut): ab 400 €, im Schnitt rund 420 €.
- Bundesweiter Durchschnitt über alle Entrümpelungsaufträge: 1.635 €, typische Spanne 620–2.920 €.
Diese Werte sind kein „Preis pro Gerät”. AWL Zentrum führt keine Einzelstück-Statistik — die Zahlen zeigen, was eine komplette Räumung kostet, in die Altgeräte als ein Teil einfließen. Den verbindlichen Festpreis nennt ein Partner erst nach kurzer Beschreibung von Menge, Etage und Zugang. Wie sich der Preis nach Menge staffelt, zeigt der Ratgeber Sperrmüll entsorgen: Kosten 2026.
Vor der Abgabe: Daten löschen, Akkus und Lampen heraus
Bevor ein Gerät in die Sammlung geht, sind zwei Dinge wichtig — eines aus Datenschutz-, eines aus Sicherheitsgründen. Beides dauert nur Minuten und erspart später Ärger.
Persönliche Daten löschen: Smartphones, Notebooks, Router und Festplatten speichern sensible Daten. Setzen Sie das Gerät vor der Abgabe auf Werkseinstellungen zurück oder löschen Sie die Datenträger sicher — einmal gelöscht auf dem Weg zum Recycling lässt sich nichts mehr zurückholen.
Batterien, Akkus und Lampen trennen: Das Umweltbundesamt empfiehlt, Batterien und Lampen — soweit zerstörungsfrei möglich — vor der Entsorgung zu entnehmen und getrennt abzugeben. Lose Lithium-Akkus sind ein Brandrisiko und gehören in die Batteriesammlung. Fest verbaute Akkus lassen Sie im Gerät und weisen an der Sammelstelle darauf hin, damit das Altgerät sicher behandelt wird.
Warum die getrennte Sammlung zählt
Die getrennte Erfassung ist kein Selbstzweck: Elektrogeräte enthalten Schadstoffe, die sicher behandelt werden müssen, und Rohstoffe wie Kupfer, Aluminium oder Seltene Erden, die sich zurückgewinnen lassen. Genau deshalb ist die Trennung vom Restmüll Pflicht.
Beim Aufkommen ist noch Luft nach oben: Für 2023 weist das Umweltbundesamt eine Sammelmenge von rund 906.000 Tonnen Elektroaltgeräten aus, bei einer Sammelquote von 29,5 %. Die EU-Vorgabe liegt seit 2019 deutlich höher — jedes korrekt abgegebene Gerät zählt also. Für den eigenen Haushalt ist die Botschaft der Behörde eindeutig:
„Entsorgen Sie Elektrogeräte nie im Hausmüll, Verpackungsmüll, Sperrmüll oder Metallschrott.”
Reparieren, verschenken oder verkaufen statt entsorgen
Die beste Entsorgung ist die, die gar nicht erst nötig wird. Das Umweltbundesamt rät ausdrücklich, funktionsfähige Geräte vor dem Wegwerfen weiterzugeben oder reparieren zu lassen — das schont Rohstoffe und spart bares Geld gegenüber dem Neukauf.
- Reparieren: Repair-Cafés, Fachwerkstätten und Hersteller-Reparaturdienste bringen viele Geräte wieder in Gang. Bei einem kleinen Defekt lohnt sich der Kostenvoranschlag oft, bevor ein funktionierendes Gehäuse im Recycling landet.
- Verschenken oder verkaufen: Ein intaktes, gepflegtes Gerät findet über Kleinanzeigen, Verschenkeplattformen oder Sozialkaufhäuser meist schnell einen neuen Besitzer. Vor der Weitergabe persönliche Daten löschen — genauso wie vor der Entsorgung.
Erst wenn ein Gerät wirklich defekt und nicht mehr zu reparieren ist, geht es in die getrennte Elektro-Sammlung. Kaputt, unvollständig oder unsicher — dann ist der Wertstoffhof oder die Handelsrücknahme der richtige Weg.
Elektrogeräte im Rahmen einer Entrümpelung
Am häufigsten tauchen Altgeräte nicht als Einzelfrage auf, sondern mitten in einem größeren Projekt: Ein Haushalt wird aufgelöst, ein Keller ausgeräumt, eine Wohnung vor der Übergabe leergemacht. Dann stehen Kühlschrank, alter Fernseher und eine Kiste Kleingeräte zwischen Möbeln und Kartons — und einzeln zum Wertstoffhof zu fahren, während der Rest liegen bleibt, ergibt selten Sinn.
In diesem Fall spielt ein Entrümpelungsservice seine Stärke aus: ein Termin, ein Festpreis, alles fachgerecht getrennt und entsorgt — von der Waschmaschine bis zum Karton mit Ladekabeln. Sie beschreiben einmal, was raus muss, und erhalten Angebote zum Vergleichen. Wie bei der Matratzenentsorgung gilt: Für ein Einzelstück lohnt der Weg über Handel oder Wertstoffhof, für die Menge der Abholservice. Bezahlt wird nur der Partner, den Sie selbst auswählen; die Anfrage ist kostenlos und unverbindlich.
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