Kunst aus Elektroschrott Elefant

Elektroschrott – ein globales Problem

Nach dem Global E-Waste Monitor 2017 wurden im Jahr 2016 (neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar) 44,7 Millionen Tonnen Elektroschrott produziert, davon 12,3 Millionen Tonnen in Europa und 1,9 Millionen Tonnen in Deutschland. Pro Person sind das 16,6 Kilogramm pro Jahr, die in Europa an Elektronikartikeln weggeworfen werden. In Deutschland liegt diese Menge bei 8 Kilogramm pro Person, was einen Platz im Mittelfeld bedeutet. Auch wenn es in Europa mit fast 50% die weltweit höchste Verwertungsquote gibt, stellt Elektronikabfall ein ernstzunehmendes und leider wachsendes Problem dar.

In den vergangenen Jahrzehnte ist die Menge an Elektroschrott kontinuierlich angestiegen. Wesentliche Gründe dafür sind die wachsende Anzahl an elektronischen Geräten in Haushalten. Befördert wird diese Entwicklung durch kontinuierlich sinkende Preisen für Elektronikartikel bei generell sinkender Haltbarkeit der Produkte. Dadurch wird nicht nur mehr und häufiger konsumiert, sondern im gleichen Maße auch mehr weggeworfen.

Elektroschrott landete dabei oft im normalen Hausmüll, was über die Jahre zu immer größeren Schwierigkeiten für Entsorgungsbetriebe geführt hat. Während es für normalen Hausmüll schon länger erweitere Entsorgungssysteme gab, war diese bei Elektronikartikel lange Zeit nicht der Fall. Dieser über die letzten 30 Jahre zu beobachtender Trend hat die Europäische Union bereits im Jahr 2002 dazu bewogen, die Richtlinie über Elektro- und Elektronikaltgeräte (2002/96/EG WEEE-Richtline) auf den Weg zu bringen.

Mehr als ein Jahrzehnt und etliche Novellierungen später wurde am 15. Februar 2014 schließlich die WEEE-II-Richtlinie verabschiedet und am 24. Oktober 2015 mit dem  Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in nationales Recht in Deutschland überführt.

Das Elektro- und Elektronikgerätegesetz (ElektroG)

Vor Einführung des ElektroG war es auf legalem Wege nur möglich, seine Elektronikaltgeräte bei kommunalen Entsorgungsbetrieben abzugeben. Da dies aber für private Haushalte oft mit größeren Mühen und Kosten verbunden war, landeten vor allem große elektrische Geräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen oder Elektroherde oft im Wald. Kleiner Elektronikgeräte wie Radios, Staubsauger, Haartrockner wurden aus Bequemlichkeit oder Mangel an Alternativen im Hausmüll entsorgt.

Kühlschrank im Wald
Illegal entsorgter Kühlschrank im Wald

Seit dem Jahr 2016 ist dieser Praxis unmissverständlich ein Riegel vorgeschoben, denn es gilt das strikte gesetzliche Verbot Elektroschrott im Hausmüll zu entsorgen. Bei Zuwiderhandlungen drohen Bußgelder in Höhe von bis zu 2.500 Euro. Die logische Frage, die sich daran anschließt, lautet: Wie und wo kann man jetzt seine Elektronikaltgeräte loswerden?

Wie kann man seine Elektrogeräte entsorgen?

Für die Entsorgung von Elektrogeräten hat der Gesetzgeber mehrere Regelungen erlassen. Für die Umsetzung gab es ursprünglich eine Frist von 9 Monaten, die aber bereits Mitte des Jahres 2016 ausgelaufen ist. Seitdem sind nachfolgende Bestimmungen ohne Ausnahme einzuhalten.

Erstens sind Elektronikhändler mit einer Verkaufsfläche von mindestens 400 Quadratmetern dazu verpflichtet, das bei ihnen gekaufte Elektrogerät zurückzunehmen. Diese gilt ausdrücklich auch, wenn Sie das Gerät in einem Onlineshop gekauft haben und dieser Händler über eine Lager- und Versandfläche von mindestens 400 Quadratmetern verfügt. Da 400 Quadratmeter für einen größeren Elektronikmarkt keine allzu große Fläche darstellt, dürfte von dieser Regelung quasi jeder Media- und Saturnmarkt betroffen sein sowie alle größeren Onlineversandhändler für Elektronikprodukte. Sollten Sie gleichzeitig ein Neugerät kaufen, so ist die Annahme des Altgerätes in jedem Fall kostenlos. Wichtig ist auch: Liefert der Händler Ihnen das Gerät kostenfrei nach Hause, muss er das Altgerät auch kostenlos von dort mitnehmen. Bei der Rückgabe an einen Onlinehändler sollten Sie dort nachfragen oder sich auf der Website des Shops informieren, wie die Rückgabe von Altgeräten geregelt ist. Unter Umständen hält dieser Händler auch in Kooperation mit einem stationären Händler lokale Rückgabestationen vor.

Elektronikkleinstgeräte wie Rasierer, Radiowecker oder Handys deren Kantenlänge maximal 25 Zentimeter beträgt, können Sie auch ohne Neukauf eines Ersatzproduktes in handelsüblichen Mengen in diesen Elektronikmärkten zurückgeben. Dabei spielt es auch keine Rolle, bei welchen Elektronikhändler Sie den Artikel ursprünglich erworben haben. Einen Kassenzettel sollten Sie zwar wegen möglicher Umtausch- oder Garantieansprüche immer aufbewahren – für den Fall der Rückgabe eines Elektronikaltgerätes ist dieser aber ausdrücklich nicht erforderlich.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst
  • Entsorgung von Elektrogeräten im Hausmüll ist verboten. Bei Verstoß drohen hohe Bußgelder im Einzelfall bis 2.500 Euro.
  • Elektronikhändler sind verpflichtet Elektroaltgeräte zurückzunehmen. Das gilt für stationäre Händler genauso wie für Onlineshops. Bei Neuerwerb eines Elektronikgerätes z.B. eines Ersatzproduktes ist die Rücknahme in jedem Fall kostenfrei.
  • Kostenfrei gelieferte Großgeräte müssen vom Händler bei Entsorgung wieder kostenfrei abgeholt werden.
  • Gebrauchte Elektrokleingeräte bis 25 Zentimeter Kantenlänge können bei Elektronikhändlern in handelsüblichen Mengen zurückgegeben werden – auch ohne Kassenzettel. Eine Verpflichtung zum Neukauf eines Produktes besteht nicht.
  • Die Rückgabe von Elektroschrott in kommunalen Wertstoffhöfen ist weiterhin möglich.

Weitere Ziele der Richtlinie

Neben der Schaffung einer klaren gesetzlichen Grundlage für Elektroaltgeräte und neuen – auch aus Verbrauchersicht – vorteilhafter Rücknahmemöglichkeiten, hatte der Gesetzgeber auch das Ziel, die Sammelquote von Elektroschrott neu festzuschreiben. So wurde beschlossen, die Quote nicht mehr nur an der absoluten Pro-Kopf Menge verwerteten Elektroschrott zu orientieren sondern auch eine prozentuale Sammelquote festzulegen, die sich an der in Verkehr gebrachten Menge von Elektroartikeln der Vorjahre orientiert. Ab dem Jahr 2019 gilt, dass 65 Prozent des Durchschnittsgewichts der in den drei Vorjahren in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronikgeräte gesammelt werden müssen. Diese beinhalten neben privatem Elektroschrott auch Altgeräte aus Firmen und Behörden.

Weiterhin wurde ein neuer Schwerpunkt auf die Recyclingfähigkeit und -quote sowie die Verwertungsquoten von Elektroaltgeräte gelegt. Je nach Gerätekategorie wurden diese Quote auf 55 bis 80 % bzw.  auf 75 bis 85 % angehoben.

3 Jahre ElektroG – wo steht Deutschland?

Schaut man auf die Statistik der Sammelquote der letzten Jahre, so haben alle Sammelstellen für Elektroschrott im Schnitt 8 Kilogramm Elektroaltgeräte aus privaten Haushalten pro Person zurückgenommen. Die bis dahin geforderte Menge von 4 Kilogramm pro Person wurde somit deutlich übererfüllt. Die gesammelte Menge an Elektroschrott ist kontinuierlich angestiegen, wobei die bisher geltende anteilige Sammelquote von 45 Prozent nur knapp erreicht wurde.

Ob die für 2019 deutlich angehobene Quote von 65 Prozent tatsächlich geschafft wird, scheint daher zumindest fraglich. Neue Zahlen liegen bisher leider nicht vor. Es bleibt zu hoffen, dass sich die durch das ElektroG geschaffenen Rückgabemöglichkeiten in einer deutlich steigenden Verwertungsquoten widerspiegelt.

Die wichtigsten Tipps zur Entsorgung von Elektroschrott

Spätestens bei einer Entrümpelung oder Haushaltsauflösung stellt sich die Frage, wie man Elektroaltgeräte fach- und umweltgerecht entsorgt. Denn Elektroschrott gehört weder in den Hausmüll noch in Sperrmüllcontainer noch auf illegale Deponien im angrenzenden Stadtwald.

Für die Entsorgung von Elektroschrott bieten sich zahlreiche Möglichkeiten. Wir haben Ihnen hier ein paar Tipps zusammengestellt.

1.Tauschen oder Verschenken

Nicht jedes Elektrogerät was Sie aussortieren, ist nicht mehr funktionsfähig oder defekt. Gerade Smartphones oder Computern sind oft noch in einem Zustand, der eine Weiternutzung durchaus ermöglicht. Sprechen Sie in ihrem Bekannten- oder Freundeskreis gezielt Menschen an, ob Bedarf besteht und verschenken Sie ihren gebrauchten PC bevor sie in wegwerfen. Alternativ gibt es auch Aktionen wie PC-Spende, die gezielt gebrauchte Laptops oder Computer für die Ausstattung von Schulden suchen.

Eine weitere Möglichkeit sind Tauschbörsen oder Biete-Suche Aushänge in Supermärkten, wo Sie ihre gebrauchten Elektrogeräte annoncieren können. Ein interessantes Projekt ist das gemeinnützige Verschenk-Netzwerk Freecycle, wo Sie nicht mehr benötigte Gegenstände online spenden können.

Nicht mehr funktionsfähige Handys können Sie über die Handysammelcenter-Initiative der die Deutsche Telekom einer fachgerechten Aufbereitung oder Entsorgung zuführen.

2. Verkaufen von Elektroschrott

Nicht selten stapeln sich gebrauchte Handys in Schubladen oder verstauben alte Stereoanlagen und Fernseher auf dem Dachboden. Diese elektronischen Geräte können Sie, sofern noch funktionsfähig, weiter verkaufen und zu Geld machen.

Nutzen Sie den Aushang im Supermarkt oder lokale Flohmärkte um Interessenten zu finden. Falls Sie es bequemer haben wollen, über Onlineanzeigenportale wie Ebay-Kleinanzeigen oder Gebraucht.de, finden Sie eventuell auch neue Käufer.

Es gibt weiterhin kommerzielle Anbieter, die sich auf den Ankauf gebrauchter Elektronikartikel spezialisiert haben. Dazu zählen BackMarket und ReBuy , wo Sie ihre gebrauchten Elektronikartikel gegen ein Preisgebot verkaufen können.

3. Rückgabe im Wertstoffhof

Viele Kommunen und Gemeinden verfügen über sogenannte Wertstoffhöfe, wo Sie ihren Elektroschrott gegen eine Gebühr in Eigenregie entsorgen können. Gerade bei Elektrogroßgeräten wie Kühlschränken, Gefriertruhen oder alten schweren Röhrenfernsehern, die noch nicht unter die Regelungen des ElektroG fallen, kann dies eine sinnvolle Alternative sein. Der Nachteil ist, dass sie Transport und Entladung selbst organisieren müssen.
Das AWL-Zentrum Stadt & Land unterstützt Sie sehr gern bei Ihrem Anliegen, nehmen Sie hier Kontakt mit uns auf.

4. Rückgabe im Elektronikmarkt

Die Rückgabe von Elektroaltgeräten ist durch das Elektronikgerätegesetz seit 2016 neu geregelt und bietet die Möglichkeit der direkten Rückgabe beim Elektronikhändler.

Bei Klein-Elektrogeräten mit bis 25 Zentimeter Kantenlänge wie Haartrocker, Küchenmaschinen, Rasierer, CD-Player, Handys usw. ist der Händler sogar zu einer Rücknahme verpflichtet. Gerade wenn Sie sowieso einen Besuch bei Saturn oder Mediamarkt planen, kann das eine Gelegenheit sein, seine alten Elektrogeräte mitzunehmen und direkt dort abzugeben. Mit Flip4New bietet beispielsweise der Saturnmarkt dafür eine bequeme und einfache Möglichkeit. Im Gegenzug für das zurückgegebene Gerät erhalten Sie einen Warengutschein, der zum Kauf eines neuen Produktes eingesetzt werden kann.

Bei Groß-Elektrogeräten verhält es sich etwas anders. Hier sind die Händler nur zu einer Rücknahme verpflichtet, wenn Sie im Gegenzug ein Neugerät erwerben. Dabei gilt, wenn Sie das Altgerät per kostenlose Lieferung bestellt haben, können Sie darauf bestehen, dass dieses bei einem Neukauf auch kostenlos wieder abgeholt wird. Bei den übrigen Fällen ist es letztendlich Verhandlungssache. Planen Sie beispielsweise den Kauf einer neuen Waschmaschine fragen Sie gezielt nach Rücknahmemöglichkeit für die ausgediente Maschine. Wenn der Händler an dem Geschäft interessiert ist, wird er Ihnen etwas anbieten.

5. Batterien richtig entsorgen

Für Batterien existiert ein eigenes Gesetz mit dem Namen Gesetz über das Inverkehrbringen, die Rücknahme und die umweltverträgliche Entsorgung von Batterien und Akkumulatoren (Batteriegesetz – BattG).

Ähnlich wie bei Elektroschrott ist die Rücknahme also gesetzlich geregelt. Auch hier gilt das Verbot für die Entsorgung im Hausmüll und die Rücknahmepflicht für denjenigen, der die Batterien verkauft hat. Da dies im Zweifelsfall der Supermarkt um die Ecke ist, befindet sich dort in der Regel eine sogenannte Abgabebox, in der Sie die gebrauchten Batterien einwerfen können.
Finden Sie diese Box nicht auf anhieb, fragen Sie das Verkaufspersonal danach. Der Supermarkt, der die Batterien verkauft hat, ist gesetzlich verpflichtet, dies zurückzunehmen.

Elektroschrott richtig entsorgen – Tipps zum Geldsparen
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